Wie verändert das Influencer-Dasein den Alltag von Jugendlichen?

In die­ser Repor­ta­ge beglei­ten wir Jale­na Mey­er, eine jun­ge Sport­le­rin und Con­tent Crea­to­rin, und zei­gen ihren All­tag zwi­schen Trai­ning und Arbeit. Aus­ser­dem erhal­ten wir die Per­spek­ti­ve ihres Mana­gers Alex­an­der Mey­er, der uns die geschäft­li­che Sei­te näher­bringt und hilft, das Leben als Influen­ce­rin bes­ser zu ver­ste­hen.

Das Leben von Jale­na

Für Jale­na begann das Influen­cer-Dasein wäh­rend der Coro­na-Zeit. Sie erin­nert sich an einen „Schlüs­sel­mo­ment“ am Tisch mit ihrem Vater, als Schu­le und Trai­ning still­stan­den. Die Wahl stand zwi­schen „10 Kilo­me­ter jog­gen“ oder „etwas für die Zukunft auf­bau­en“. Sie ent­schie­den sich für Letz­te­res und star­te­ten wäh­rend des Lock­downs ihren Account. Ihr Con­tent dreht sich vor allem um Sport, beson­ders um Ten­nis.

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Die ver­än­der­ten All­tags-Prio­ri­tä­ten

Jale­nas All­tag hat sich durch die Tätig­keit als Influen­ce­rin stark ver­än­dert. Sie war jedoch nie aus­schliess­lich Influen­ce­rin, da sie par­al­lel immer eine Aus­bil­dung absol­viert hat. Seit Okto­ber arbei­tet sie nun in der Agen­tur ihres Vaters, was ihren All­tag und beruf­li­chen Fokus deut­lich ver­än­dert hat.

Job-Prio­ri­tät: Wäh­rend ihrer Aus­bil­dung hat­te die­se für sie obers­te Prio­ri­tät, und Social Media spiel­te nur eine Neben­rol­le. Mit dem neu­en Job hat sich das geän­dert – die Arbeit in den sozia­len Medi­en nimmt nun einen wich­ti­ge­ren Platz in ihrem All­tag ein.

Zeit­ma­nage­ment: Sie muss nun Arbeit, Social Media und Pri­vat­le­ben unter einen Hut brin­gen.

Kein Gefühl des Ver­lusts: Obwohl das Influen­cer-Dasein eine hohe Prä­senz erfor­dert, betont Jale­na, dass sie ihr Pri­vat­le­ben gut trennt und sich wohl fühlt.

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Umgang mit Erfolg, Kri­tik und Koope­ra­tio­nen

Das Dasein in der Öffent­lich­keit bringt sowohl posi­ti­ves Feed­back als auch Kri­tik mit sich. Da Jale­na jetzt mehr Zeit hat, kann sie auf Kom­men­ta­re reagie­ren. Sie berich­tet, dass sie größ­ten­teils posi­ti­ves Feed­back erhält und wenig mit “Hate” zu tun hat. Den­noch ist es ihre Stra­te­gie, auf nega­ti­ve Kom­men­ta­re “intel­li­gent” zu ant­wor­ten und die­se ins Posi­ti­ve zu zie­hen, was meis­tens zu einer posi­ti­ven Rück­mel­dung der Nut­zer führt.

Der “Schwie­rigs­te” Teil: Am Anfang hat­te sie viel mit Neid zutun. Sie muss­te ihren Freun­des­kreis mini­mie­ren, hat aber gelernt, wer ihre wah­ren Freun­de sind.

Vor­bild­funk­ti­on: Jale­na sieht sich selbst als Vor­bild für ihre Fol­lower, ins­be­son­de­re in der Sport­bran­che.

Wer­bung und Koope­ra­tio­nen: Sie koope­riert nur mit Mar­ken und Pro­duk­ten, hin­ter denen sie voll und ganz steht. Ihrer Mei­nung nach ist Trans­pa­renz in der Wer­bung unver­zicht­bar, und die Ein­hal­tung der Vor­ga­ben aus dem Brie­fing ist dabei selbst­ver­ständ­lich.

Die Mana­ger-Per­spek­ti­ve: Ein­blick durch ihren Vater

Alex­an­der Mey­er bie­tet eine zusätz­li­che Per­spek­ti­ve. Er führt eine Agen­tur für digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on und unter­stützt Jale­na im Manage­ment.

Her­aus­for­de­rung Geschwin­dig­keit: Auch im Manage­ment sei­ner Toch­ter spürt er den Druck, da die Zei­ten “immer hek­ti­scher und immer schnel­ler” wer­den. Als Pro­fi weiss er, dass künst­li­che Intel­li­genz (KI) zwar ein Hilfs­mit­tel zur Effi­zi­enz­stei­ge­rung ist, aber “kei­ne Lösung” für die Krea­ti­vi­tät dar­stellt.

Coa­ching und Distanz: Er ver­mit­telt sei­ner Toch­ter, wie wich­tig es ist, eine gewis­se Distanz zu wah­ren und Din­ge nicht per­sön­lich zu neh­men, um nicht in die Gefahr zu gera­ten, nach schnel­len Erfol­gen bei­na­he süch­tig zu wer­den.

Regel­kon­for­mi­tät: Als Mana­ger sorgt er dafür, dass alle Koope­ra­tio­nen pro­fes­sio­nell gehand­habt wer­den, ins­be­son­de­re die gesetz­li­che Vor­ga­be, bezahl­te Wer­bung immer taxiert (kennt­lich gemacht) anzu­ge­ben. Er betont, dass dies im pro­fes­sio­nel­len Bereich immer erwar­tet wird.

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Zusammenhänge (Manager und Influencer-Perspektive)

Lang­fris­ti­ger Gedan­ke: Bei­de fin­den, dass der Influen­cer-Beruf ein guter Weg für die Zukunft ist. Jale­na setzt ihre Prio­ri­tä­ten neu, und ihr Vater möch­te damit ein fle­xi­bles Arbeits­feld auf­bau­en, das auch spä­ter noch gefragt ist und nicht an einen fes­ten Ort gebun­den ist.

Qua­li­tät und Echt­heit: Bei allen Koope­ra­tio­nen gibt es nur eine Regel: “Sie müs­sen echt wir­ken.” Jale­na arbei­tet nur mit Pro­duk­ten, hin­ter denen sie voll ste­hen kann. Ihr Vater sagt, dass ech­te Ehr­lich­keit die ein­zi­ge sinn­vol­le Arbeits­wei­se im pro­fes­sio­nel­len Manage­ment ist.

Men­ta­le Stär­ke und Unter­stüt­zung: Bei­de wis­sen, wie wich­tig es ist, Abstand zu hal­ten. Jale­na fin­det den Kon­kur­renz- und Neid­kampf schwie­rig, und ihr Vater hilft ihr aktiv dabei, die Din­ge nicht zu per­sön­lich zu neh­men.

    Beantwortung der Leitfrage

    Das Leben als Influen­ce­rin ver­än­dert defi­ni­tiv den All­tag von Jugend­li­chen. Sie wer­den pro­fes­sio­nel­ler und müs­sen klar ent­schei­den, was für sie wich­tig ist. Bei der Zusam­men­ar­beit mit Unter­neh­men, der Aus­wahl pas­sen­der Mar­ken und der Anspra­che ihrer Ziel­grup­pe ist sorg­fäl­ti­ges Vor­ge­hen wich­tig. Zudem müs­sen sie genau pla­nen, wie sie ihre Zeit zwi­schen Online-Prä­senz und Pri­vat­le­ben ein­tei­len.

    Jale­na hat gelernt, sich bes­ser zu fokus­sie­ren und ihr Enga­ge­ment auf Social Media wie einen rich­ti­gen Beruf zu behan­deln. Dabei zeigt sie Stär­ke, indem sie mit Kri­tik und Neid umgeht, ihr Pri­vat­le­ben schützt und dar­auf ach­tet, nicht abhän­gig von Likes und Auf­merk­sam­keit zu wer­den.

    Für sie ist ihr Weg klar: Sie möch­te ihren Social-Media-Weg so lan­ge wei­ter­ge­hen, wie er ihr Freu­de berei­tet. Ihr Plan B ist die Arbeit in der Agen­tur ihres Vaters, und lang­fris­tig möch­te sie das Rei­sen eng mit ihrer Tätig­keit auf Social Media ver­bin­den. Influen­ce­rin zu sein ist für Jale­na daher nicht nur ein Hob­by, son­dern ein anspruchs­vol­ler Beruf, der viel Ein­satz ver­langt und ihr wert­vol­le Kom­pe­ten­zen für ihre Zukunft ver­mit­telt.

    Quel­len:

    • Inter­view mit Jale­na Mey­er (Influen­ce­rin)
    • Inter­view mit Alex­an­der Mey­er (Mana­ger)

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