Emotionen

Stel­len sie sich vor, sie ste­hen jedes Wochen­en­de vor einem Herz­in­farkt. So in etwa ist es, wenn man einen Fuss­ball­ver­ein sup­port­et. Es sind 90 bzw. 120 Minu­ten mit gren­zen­lo­sen Emo­tio­nen. Es geht auf und ab, wie auf einer Ach­ter­bahn. Damit sie wis­sen, wie sich das anfühlt, möch­te ich ein Bei­spiel machen.

Das Spiel beginnt. Sie sehen immer den glei­chen Spie­ler, der den­sel­ben Feh­ler macht. Immer das glei­che, wie­der und wie­der. Was löst das in ihnen aus? Man wird lau­ter und es wird viel­leicht auch ab und zu ein unan­ge­brach­tes Wort aus­ge­spro­chen. Aber das Schö­ne am Fuss­ball ist, dass sich alles wie­der inner­halb von Sekun­den dre­hen kann. Nun macht der­sel­be Spie­ler in der 94. Minu­te das Sie­ges­tor. Plötz­lich den­ken sie wie­der ganz anders.

Ein Fuss­ball­match ist nicht nur Genuss, im Gegen­teil, für mich ist pure Anspan­nung und das gan­ze 90 Minu­ten lang.

Ich betit­le es immer gern als Hass­lie­be. Man liebt den Ver­ein unglaub­lich und kann ihn gleich­zei­tig auch zu Tode has­sen. Stellt der Trai­ner schon nur die fal­sche For­ma­ti­on auf oder die Mann­schaft spielt extrem schlecht, kön­nen dies bei­des durch­aus Grün­de sein. Ent­täu­schung oder Hass, viel­leicht sogar bei­des, ist kei­ne Sel­ten­heit in einem Fuss­ball­spiel. Aber auch die Freu­de bzw. Lie­be darf nicht aus­ge­las­sen wer­den. Sie sind die wich­tigs­ten Emo­tio­nen, denn sonst wür­de man sich das Gan­ze ja nicht antun. Es gibt nichts Schö­ne­res in mei­nen Augen, wie das Gefühl, wenn mein Lieb­lings­ver­ein drei Punk­te holt am Wochen­en­de. Der Tag ist für mich direkt geret­tet. In die­sem Video sehen sie vie­le Bei­spie­le, wie ver­rückt die Spie­le sein kön­nen.

Hund, Quel­le von Vater

So und das alles war bei nor­ma­len Meis­ter­schafts­spie­len, wenn jetzt ein Der­by gegen Inter ansteht, ist alles noch schlim­mer. Man wür­de alles dafür geben, um ein Der­by zu gewin­nen. Inter ist der Stadt­ri­va­le, wer das Der­by gewinnt, dem gehört die Stadt. Es kratzt am Stolz ein Der­by zu ver­lie­ren und das Pro­blem ist, dass man von allen Freun­den noch mehr pro­vo­ziert wird.

Die Gefüh­le spie­len nicht nur wild bei einem Der­by­spiel, son­dern auch Spie­ler kön­nen dafür ver­ant­wort­lich sein. Ein gutes Bei­spiel in mei­nem Fall ist Calha­no­g­lu. Er hat 3 Sai­sons bei Milan gespielt (zwei­ein­halb davon schlecht) und ist dann, als er das ers­te Mal eine hal­be Sai­son gut gespielt hat, ablö­se­frei zu Inter gewech­selt. Man hat ihm bei Inter 500 Tsd. mehr Gehalt gezahlt. Ihm wür­de ich ger­ne ins Gesicht spu­cken. Er ist ein Ver­rä­ter und wird auch heu­te noch aus­ge­buht.

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