Ablenkungen im Schulalltag an der WMS: Durch Soziale Medien
Meine Beobachtung
Im Unterricht fällt mir immer wieder auf, dass viele Schüler: innen ihr Handy benutzen, sei es zum Spielen oder um auf Plattformen wie TikTok oder Instagram zu schauen. Meist passiert dies, weil ihnen der Unterricht langweilig erscheint oder sie sich einfach nicht mehr richtig konzentrieren können. Ich merke das auch bei mir selbst: Manchmal greife ich automatisch zum Handy, wenn mir eine Aufgabe schwerfällt oder ich gerade keine Motivation habe. In vielen Fällen scheinen die Lehrpersonen gar nicht zu bemerken, dass die Schüler: innen während des Unterrichts auf ihren Geräten sind, oder es ist ihnen nicht besonders wichtig. Gleichzeitig gibt es aber auch Lehrpersonen, denen es sehr wohl auffällt, und die darauf achten, dass die Handys im Unterricht nicht genutzt werden. Dadurch wird deutlich, dass die Reaktionen der Lehrkräfte sehr unterschiedlich ausfallen. Interessanterweise gibt es auch Schüler: innen, die ihr Handy gezielt und ausschließlich für schulische Aufgaben benutzen – zum Beispiel zum Recherchieren oder für Lernapps. Das zeigt, dass Handys nicht nur Ablenkung, sondern auch nützlich sein können, wenn man sie richtig einsetzt. Insgesamt habe ich beobachtet, dass soziale Medien und Smartphones eine große Rolle im Unterricht spielen und dass sie sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Konzentration und das Lernen haben können.

Interview mit zwei Schülern und einem Lehrer
Soziale Medien und Handys gehören für viele Jugendliche fest zum Alltag – auch in der Schule. In dieser Reportage habe ich Yannick Strom und Joel Wälte befragt.
Beide Schüler nutzen vor allem Snapchat, Instagram und WhatsApp, hauptsächlich um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Ihre tägliche Bildschirmzeit liegt bei rund zwei bis drei Stunden. Während des Unterrichts bleibt das Handy in der Regel in der Hosen- oder Schultasche und wird nur selten hervorgenommen. Häufiger benutzt wird es in den Pausen, wenn Zeit zum Abschalten bleibt. Am meisten ablenkend empfinden beide Nachrichten, da man sie schnell lesen kann und dabei leicht den Fokus verliert. Videos spielen im Schulalltag eine geringere Rolle. Trotzdem sind sich beide einig, dass sie kaum Unterrichtsstoff verpassen, da sie nur dann aufs Handy schauen, wenn sie dem Unterricht ohnehin folgen können. Andere digitale Ablenkungen, wie Spiele am Computer, werden teilweise sogar als störender empfunden. Ohne Handy könnten sich beide besser konzentrieren, da die ständige Versuchung wegfällt. Ein komplettes Handyverbot im Unterricht würde die Ablenkung zwar reduzieren, hätte aber in den Pausen auch Nachteile, da das Handy dort als kurze Entspannung dient. Wenn sie merken, dass sie zu viel Zeit am Handy verbringen, legen sie es bewusst weg und beschäftigen sich mit anderen Aktivitäten wie Sport, rausgehen oder Zeit mit Freunden. Für schulische Zwecke nutzen sie soziale Medien kaum, stattdessen greifen sie bei Lernproblemen vor allem auf YouTube-Lernvideos zurück.
Einen direkten Zusammenhang zwischen Handynutzung am Abend und Müdigkeit am nächsten Morgen sehen beide nicht. Das Handy könne jedoch dazu führen, dass man länger wach bleibt und dadurch weniger schläft. Um im Unterricht konzentriert zu bleiben, helfen ihnen vor allem Ruhe im Klassenzimmer und das aktive Weglegen des Handys. Die aktuellen Handyregeln an der Schule empfinden beide als angemessen, da sie auf Eigenverantwortung setzen.
Als wichtigste Lösung gegen Ablenkung nennen beide die Selbstdisziplin. Zusätzlich können Zeitlimits für bestimmte Apps helfen, die Nutzung zu reduzieren und den Fokus wieder stärker auf Schule und persönliche Aktivitäten zu lenken.

Danach habe ich noch ein Lehrperson interviewt, den Herrn Brunner, weil er im Unterricht sehr streng ist was Thema Handy und Soziale Medien betrifft.
Herr Brunner erlebt Ablenkungen durch Handys im Unterricht eher selten, was vor allem an klaren Regeln liegt. Während des Unterrichts dürfen Handys nicht sichtbar sein und bei Tests müssen sie abgegeben werden. In bestimmten Projektphasen ist die Nutzung jedoch erlaubt, zum Beispiel zum Recherchieren oder Musikhören. Besonders beliebt bei den Schülerinnen sind soziale Medien wie TikTok, Snapchat und Instagram. Die Konzentration fällt vor allem bei Müdigkeit, nach vielen Unterrichtsstunden, vor der Mittagspause oder in stressigen Prüfungsphasen schwer. Ein großes Problem sind Push-Benachrichtigungen, da ständig neue Nachrichten auf Handys oder Laptops erscheinen. Herr Brunner beobachtet zudem, dass Schülerinnen heute schneller abgelenkt sind und eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne haben. Die Auswirkungen auf die Leistungen sind schwer einzuschätzen. Im Unterricht ist das Handy kein großes Problem, bei der Prüfungsvorbereitung kann es jedoch durch Ablenkung und Schlafmangel negativ wirken. Digitale Medien sind ein fester Bestandteil des Unterrichts. Herr Brunner arbeitet mit Tools wie Teams, Padlet und OneNote sowie mit Videos und Filmen. Ein Unterricht ohne digitale Medien ist heute kaum mehr vorstellbar. Das größte Problem ist die ständige Verfügbarkeit des Smartphones. Da man damit fast alles erledigen kann, ist die Versuchung groß, es häufig zu benutzen. Herr Brunner wünscht sich daher einen bewussten Umgang mit dem Handy und die Einhaltung der Regeln. Ein komplettes Handyverbot hält er nicht für sinnvoll, klare Abmachungen im Unterricht jedoch schon.

Was möchte ich hiermit zeigen
Meine Recherche zeigt, dass es wichtig ist, die Zeit, die man am Handy verbringt, bewusst zu begrenzen, da man sich dadurch besser konzentrieren kann. Handys bieten viele Möglichkeiten zur Ablenkung, sei es durch soziale Medien, Spiele oder Nachrichten. Ablenkung an sich ist nicht grundsätzlich falsch – kurze Pausen am Handy können sogar entspannend sein und helfen, den Kopf frei zu bekommen. Problematisch wird es jedoch, wenn man während des Unterrichts oder beim Lernen ständig aufs Handy schaut, da dies die Konzentration stark beeinträchtigt und dazu führen kann, dass man den Unterrichtsstoff schlechter aufnimmt oder Aufgaben langsamer erledigt.
Ein bewusster Umgang mit dem Handy erfordert vor allem Selbstdisziplin. Das bedeutet, dass man selbst entscheidet, wann und wie lange man das Handy nutzt, und in Situationen, in denen Konzentration gefragt ist, die Nutzung einschränkt. Wer es schafft, das Handy gezielt zu nutzen und in Lern- oder Unterrichtszeiten wegzulegen, kann produktiver arbeiten und die Aufmerksamkeit besser auf wichtige Aufgaben richten. Kurz gesagt: Weniger Ablenkung durch das Handy führt zu mehr Fokus, effizienterem Lernen und besserem Verständnis des Unterrichtsstoffs, während Selbstdisziplin der Schlüssel ist, um diese Balance zu halten.
Quellen:
- Interview mit Joel Wälte und Yannick Strohm, Schüler WMS
- Interview mit Herrn Brunner, GEP-Lehrperson WMS
