Warum treiben jugendliche Sport?

Es ist 17:30 Uhr, das Fit­ness­stu­dio ist voll mit Jugend­li­chen und Erwach­se­nen, wel­che direkt nach der Arbeit gekom­men sind und man hört den typi­schen Klang fal­len­der Gewich­te. Sze­nen­wech­sel Eis­hal­le, es ist 18:30 Uhr und man sitzt gemein­sam mit sei­nen Team­kol­le­gen in der Gar­de­ro­be, zieht sich um und redet dabei über News oder Din­ge, die man den Tag durch erlebt hat. Das sind zwei Sze­na­ri­en, mit denen sich die meis­ten Jugend­li­chen auch iden­ti­fi­zie­ren kön­nen. Doch was steckt da genau dahin­ter und wie­so trai­nie­ren so vie­le Jugend­li­che mehr­mals die Woche?

Um das her­aus­zu­fin­den, haben wir drei Jugend­li­che aus Ein­zel- und Team­sport­ar­ten sowie unse­ren Leh­rer und Exper­ten Herr Bau­mann inter­viewt.


Interviews mit Jugendlichen

Ivan (17) spielt seit elf Jah­ren Eis­ho­ckey und trai­niert drei Mal pro Woche, dazu Spie­le am Wochen­en­de. Sport gehört für ihn seit der Kind­heit dazu. Am wich­tigs­ten ist für ihn das Team:
„Der Team­sport ist das Wich­tigs­te. Mit einem schlech­ten Team wür­de ich nicht mal spie­len.“

Sport gibt ihm Fit­ness, men­ta­le Stär­ke und Freund­schaf­ten. Nach­tei­le sieht er kaum, höchs­tens den Zeit­auf­wand. Beson­ders her­aus­for­dernd ist für ihn momen­tan der Wech­sel in die U21, weil das Niveau steigt. War­um er Sport emp­fiehlt?
„Es ist das Wich­tigs­te im Leben, Punkt.“

Auch Joli­na ist 17 Jah­re alt und spielt Eis­ho­ckey, jedoch erst seit fünf Jah­ren, dafür mit umso mehr Lei­den­schaft. Sie trai­niert drei­mal pro Woche, dazu auch Spie­le am Wochen­en­de und zusätz­li­che Work­outs. Ihr gefällt beson­ders, wie viel­sei­tig ihr Sport ist: Schlitt­schuh­lau­fen, Spiel­über­sicht, Tech­nik, Stock­kon­trol­le und der Team­geist. Sie sagt: „Ich freue mich, mei­ne Kame­ra­den zu tref­fen und ein gemein­sa­mes Hob­by aus­zu­üben.“

Der Sport wirkt sich stark auf ihr Wohl­be­fin­den aus. Joli­na erklärt:
„Ich mer­ke, dass ich viel aus­ge­las­se­ner bin, dass der Aus­gleich mir hilft, mei­ne Sor­gen bes­ser zu ver­ar­bei­ten. Ich kann oft bes­ser schla­fen, da ich mich beim Sport aus­po­wern kann.“

Das Team bedeu­tet ihr viel, denn dort fühlt sie sich unter­stützt: „Wenn man ver­liert, ver­liert man als Team. Und man fühlt sich nie allein.“

Her­aus­for­dernd sind für sie die Ver­let­zungs­ge­fahr und der Kon­kur­renz­druck inner­halb der Mann­schaft. Trotz­dem wür­de sie jeder und jedem Sport emp­feh­len, weil man stär­ker, selbst­be­wuss­ter und ins­ge­samt aus­ge­gli­che­ner wird und Freun­de fin­det, die oft ein Leben lang blei­ben.

Unser drit­ter Inter­view­part­ner ist Lio­nel. Lio­nel trai­niert vier­mal pro Woche im Fit­ness­stu­dio, manch­mal auch län­ger am Wochen­en­de. Er liebt es, unab­hän­gig zu sein: „Ich kann mein Trai­ning selbst pla­nen, mei­ne Musik hören und mich auf mei­ne Zie­le kon­zen­trie­ren.“ Für ihn ist das Gefühl nach einem guten Work­out „unbe­schreib­lich“.

Sport ver­bes­sert sei­nen All­tag deut­lich. Er erklärt, dass er heu­te gesün­der lebt, mehr Ener­gie hat und sich bes­ser kon­zen­trie­ren kann. Das Trai­ning macht ihn selbst­be­wuss­ter und hilft beim Stress­ab­bau. Auch wenn Kraft­trai­ning ein Ein­zel­sport ist, emp­fin­det er die Com­mu­ni­ty im Fit­ness­stu­dio als moti­vie­rend, weil man immer wie­der die­sel­ben Leu­te trifft und man somit eigent­lich trotz­dem nie allei­ne ist.

Als gröss­te Her­aus­for­de­rung nennt Lio­nel die Dis­zi­plin: dran­blei­ben auch dann, wenn man müde ist oder kei­ne Lust hat. Eben­so kann der Ver­gleich mit ande­ren belas­tend sein. Trotz­dem wür­de er jedem Jugend­li­chen Sport emp­feh­len, weil man sich kör­per­lich und men­tal stark wei­ter­ent­wi­ckelt.

Experteninterview

Unser Leh­rer Herr Bau­mann sieht täg­lich, wel­che wich­ti­ge Rol­le Sport im Leben vie­ler Jugend­li­cher spielt. Er beob­ach­tet, dass sowohl Mann­schafts­sport­ar­ten als auch Fit­ness und Kampf­sport mas­siv an Beliebt­heit gewon­nen haben. Dabei unter­schei­det er ver­schie­de­ne Moti­ve: Man­che trai­nie­ren, um fit zu wer­den, ande­re wegen der sozia­len Kon­tak­te und vie­le, beson­ders jun­ge Män­ner, weil sie einem bestimm­ten Kör­pe­ride­al nach­ei­fern wol­len.

Er sagt dazu:
„Es gibt einen gewis­sen Druck, der durch Social Media ent­steht. Es ist rela­tiv ein­fach, sich dort per­fekt in Sze­ne zu set­zen. Wenn man nicht merkt, dass das nur ein Bild ist, dann spürt man die­sen Druck.“

Beson­ders beim Kraft­sport sieht er wach­sen­den gesell­schaft­li­chen Ein­fluss. Laut ihm ent­wi­ckeln heu­te zuneh­mend auch jun­ge Män­ner Ess­stö­run­gen oder trai­nie­ren exzes­siv, weil sie einem Ide­al hin­ter­her­lau­fen, das nur schwer erreich­bar ist.

Gleich­zei­tig hebt er die posi­ti­ven Effek­te her­vor:
„Sport hat einen sehr gros­sen Ein­fluss auf die men­ta­le Gesund­heit.“
Er betont, dass Sport Selbst­ver­trau­en stärkt, Stress redu­ziert, sozia­le Bin­dun­gen schafft und Jugend­li­chen hilft, Her­aus­for­de­run­gen zu bewäl­ti­gen. Auch der Umgang mit Nie­der­la­gen im Sport, beson­ders im Wett­kampf, sei eine wich­ti­ge Lern­erfah­rung.

Risi­ken sieht er dann, wenn Sport zu extrem betrie­ben wird oder wenn Jugend­li­che trai­nie­ren, um unrea­lis­ti­schen Vor­bil­dern zu ent­spre­chen. Wenn Sport jedoch bewusst und gesund aus­ge­übt wird, über­wie­gen für ihn ein­deu­tig die Vor­tei­le.


Internetrecherche

Wir zu den Inter­views inten­siv im Inter­net recher­chiert und sind unter ande­rem auf die neben­ste­hen­de Gra­fik gestos­sen. Dort sieht man gut, dass bei stei­gen­dem alter der Anteil an Sport inak­ti­ven Per­so­nen ste­tig sinkt.
Anbei ist eine Stu­die aus dem Jahr 2020.

https://www.sportobs.ch/inhalte/Downloads/Kinder_und_Jugendbericht_2020_d.pdf: War­um trei­ben jugend­li­che Sport?

Fazit

Unse­re Inter­views und die Ana­ly­se von Herr Bau­mann zei­gen deut­lich, dass Sport für Jugend­li­che heu­te weit mehr bedeu­tet als kör­per­li­che Bewe­gung. Er bie­tet Gemein­schaft, men­ta­le Stär­ke, Struk­tur und ein Gefühl der Zuge­hö­rig­keit. Egal ob auf dem Eis oder allein im Fit­ness­stu­dio, Jugend­li­che nut­zen Sport als Aus­gleich, als Ort für Freund­schaf­ten und als Mög­lich­keit, sich selbst wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.

Sport ist für sie Moti­va­ti­on, Stüt­ze und Lebens­schu­le zugleich und damit ein fes­ter Bestand­teil ihres All­tags.

Quel­len:

Inter­view mit Lio­nel, 16 Jah­re alt
Inter­view mit Joli­na, 17 Jah­re alt
Inter­view mit Ivan, 17 Jah­re alt

Bild­quel­len:

https://athletixx.ch

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert